Sind PE-Gespräche sinnvoll bei Mitarbeitenden mit geringem Dienstauftrag (kleiner 10%)?

In der Pilotphase (1999-2002) wurde diese Frage ausführlich erörtert. Es war Wunsch und Erfahrung sowohl von Vorgesetzten wie auch von Mitarbeitenden, dass alle Mitarbeitenden in diese neue Gesprächsform einbezogen werden sollen.
 
Mitarbeitende und Vorgesetzte melden zurück, dass durch das Führen von PE-Gesprächen, ein wichtiger Beitrag zu Kultur der Wertschätzung geleistet werden kann. Es gab Rückmeldungen, dass dies in anlassbezogenen Gesprächen nicht immer deutlich zum Ausdruck kommt. Gerade Mitarbeitende mit geringsten Dienstaufträgen fällt es schwerer, sich in den Gesamtkontext beispielsweise der Arbeit einer Kirchengemeinde einzufinden sowie ihre Arbeit und Beitrag hierfür sichtbar zumachen. PE-Gespräche bieten die Chance über die Arbeitssituation, die Arbeitszufriedenheit, die Zusammenarbeit, die Motivation und das Ergebnis der Arbeit in einem größeren zeitlichen Horizont zu sprechen und ermöglichen es, dass die jeweilige Situation reflektiert und gegebenenfalls weiter entwickelt werden kann. Unabhängig von Alter und Umfang des Dienstauftrages schätzen es Mitarbeitende sehr, dass eine ausreichende Ziel- und Aufgabenklarheit geschaffen wird. Deshalb sollen im PE-Gespräch Ziele, Personalentwicklungsmaßnahmen sowie die konkrete Unterstützung bei deren Umsetzung vereinbart werden. Deutlich wurde in der Pilotphase, dass PE-Gespräche zwar nach einem vorgegebenen Raster ablaufen, dass entsprechend der Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner, die jeweiligen Schwerpunkte unterschiedlich sein können.

Nachbarschaftshilfe
Ist es zu rechtfertigen, dass eine Leiterin der Nachbarschaftshilfe mit 30 Mitarbeitenden, die teilweise nur wenige Stunden beschäftigt sind, PE-Gespräche zu führen hat?

Neben dem oben genannten Argumenten können wir diese um Folgendes ergänzen: Es wurde in der Vorbereitung auch deutlich, dass die Schwerpunkte der PE-Gespräche von Mitarbeitende zu Mitarbeitende, wie auch von Jahr zu Jahr unterschiedlich sein können. Mehrere Vorgesetzte aus dem Bereich PDL haben sich vor kurzen dahingehen geäußert, dass Gespräche mit Mitarbeitenden eine bestimmte Zeit einnehmen. PE-Gespräche bieten auch für Vorgesetzte eine gute Möglichkeit, diesen Bedarf zeitlich zu strukturieren.

Nach § 3 Abs. 1 Buchst. f KAO sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Nachbarschaftshilfe vom Geltungsbereich der KAO ausgenommen. Somit besteht keine rechtliche Verpflichtung, dass mit diesen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Personalentwicklungsgespräche zu führen sind.
 
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